ERP-Finanzierung Teil 2: Die ERP-Mezzanine für Innovation der KfW

Mit diesem Artikel setzen wir unsere Serie zu neuen KfW-Kreditprogrammen für die Finanzierung von Innovationen fort.  Die ERP-Mezzanine für Innovation werden gewährt für Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die auf eine wirtschaftliche Verwertung  abzielen. Auch für die Erforschung und Entwicklung von neuen Verfahren, neuen Dienstleistungen und Produkten können die Mittel von max. 5 Mio. Euro verwendet werden.  Besonders ist, dass die ERP-Mezzanine aus einer Fremdkapitaltranche und einem Nachrangdarlehen bestehen, so dass ein Teil des Kredits in der Bilanz wie Eigenkapital behandelt werden kann. 

Den ersten Teil unserer Artikelserie finden Sie hier: der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW.

Für welche Vorhaben können die ERP-Mezzanine für Innovation beantragt werden?

Das geplante Projekt sollte

  • für den Antragsteller neuartig und innovativ sein

oder

  • gegenüber dem aktuellen Stand der Wissenschaft oder Technologie neuartig sein.

Die Förderung erfolgt  wie z.B. beim Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand technologieoffen. Weiterhin müssen Antragsteller darstellen, welches Ziel verfolgt wird, und je nach Projekt genau definierte Arbeitspakete oder ein genau definiertes Ziel der zu fördernden Tätigkeiten angeben. Auch experimentelle Vorhaben können mit den ERP-Mezzaninen finanziert werden.

 Wer ist antragsberechtigt?

Dieser Förderkredit der KFW richtet sich an Unternehmen und Freiberufler wie z.B. Architekten und Ärzte. Voraussetzung ist, dass sie seit mindestens zwei Jahren tätig sind und dabei am Marktgeschehen teilnehmen.

Es gilt weiterhin:

  • der Umsatz der gesamten Unternehmensgruppe darf maximal 500 Mio. Euro betragen. (dazu werden über einen Konzern verbundene Unternehmen betrachtet, sowie Unternehmen mit Beteiligungen von mehr als 50% am eigenen und an fremden Unternehmen)
  • das Unternehmen muss sich zum Großteil in Privatbesitz befinden.

Es gibt Kriterien, die eine Förderung mit der ERP-Finanzierung ausschließen. Die Verwendung des Förderkredits für z.B. den Kauf von Anteilen am eigenen Unternehmen oder von einem Ehepartner ist nicht förderfähig. Auch Umschuldungen sind mit den ERP-Mezzaninen nicht möglich. Mehr dazu lesen Sie im Infoblatt der KfW.

Wie funktioniert die Förderung mit den ERP-Mezzaninen?

Der Antrag setzt sich aus mehreren Dokumenten zusammen. Zusammem mit dem Antragsformular reichen Unternehmen und Freiberufler je nach Projekt und Kreditkonditionen unter anderem ein:

  •  Risikobewertungen,
  • eine Erklärung über den KMU-Status,
  • Gutachten über die Neuartigkeit de Projekts,
  • die De-minimis-Erklärung (wenn aus anderen Förderprogrammen Mittel gewährt wurden)

Haftungsfreistellung und Bilanzierung der ERP-Mezzanine

Wurde der Antrag erfolgreich bewilligt, wird das Darlehen in Form einer sog. „Fremdkapitaltranche“ und einer „Nachrangtranche“ ausgezahlt. Kann der Antragsteller nachweisen, dass er über ausreichend Bonität verfügt, ist für die Nachrangtranche eine Freistellung von der Haftung möglich.

Da ein Anteil des Kredit als Eigenkapital bilanziert werden kann, ist das besonders vorteilhaft für Unternehmen.

Kombination mit weiteren Förderprogrammen

Unter Berücksichtigung der De-minimis-Regelung ist eine Kombination der ERP-Mezzanine für Innovation mit anderen Förderprogrammen möglich. Unternehmen müssen dabei besonders die Summe der beantragten Fördergelder im Blick behalten:  Eine mehrfache Förderung von einzelnen Projektkosten ist nicht erlaubt („Überfinanzierung“).

Für die Kombination mit anderen Förderprogrammen der KfW gilt: Wenn ein Unternehmen bereits ein Produkt der KfW nutzt, das eine Haftungsfreistellung beinhaltet, ist die Teilnahme am Förderprogramm ERP-Mezzanine nicht mehr möglich.

 

Weitere Informationen zu den ERP-Mezzaninen finden Sie auf der Homepage der KfW und im zugehörigen Infoblatt.

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