Förderung der Mikroelektronik-Forschung im Rahmen von ECSEL

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nimmt am europäischen Forschungsprogramm Electronic Components and Systems for European Leadership (ECSEL) teil. Intention des bis 2024 laufenden Programms ist es, den europäischen Anteil am Gesamtweltmarktanteil der Mikroelektronik wesentlich zu steigern. Hierfür soll die Forschung und Entwicklung (FuE) von Elektroniksystemen vor allem durch die Einbindung von Partnern gefördert werden.

Gegenstand einer ECSEL-Förderung

ECSEL-förderfähig sind industrielle Vorhaben aus Forschung und Entwicklung (FuE), die innovativ und risikoreich sind und aus diesem Grunde ohne eine Förderung nicht realisiert werden könnten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Forschungsbeiträge aus dem Bereich der Elektroniksysteme und der intelligenten Systeme. Genauso können jedoch softwareintensive cyber-physische Systeme eine ECSEL-Förderung erhalten. Keine Förderung erhalten dagegen Innovationsprojekte, die keinen ausschließlichen Fokus auf zivile Anwendung und Nutzung vorweisen können sowie Innovationsvorhaben, die aus einer reinen Grundlagenforschung bestehen.

Ziel der Förderung

Ziel einer Technologieförderung durch ECSEL ist es, die Position der Projektpartner und der ergebnisverwertenden Unternehmen am Standort Deutschland bzw. Europa nachhaltig zu stärken. Ebenfalls zielt ECSEL auf eine Beschleunigung des Technologietransfers aus dem vorwettbewerblichen Bereich in die praktische Anwendung ab. Daher müssen innovative Mikroelektronikprojekte im Rahmen von ECSEL folgenden Bedingungen genügen:

  • Darstellung des Mehrwerts der FuE-Ergebnisse anhand einer geeigneten Anwendung, wie etwa als Demonstrator
  • Schaffen eines nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzens für Deutschland und Europa in Hinblick auf Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung, Beschäftigungssicherung und -ausbau
  • Vorhaben, die einen höheren Mehrwert für Deutschland und Europa bedeuten, werden bei einer Förderung durch ECSEL priorisiert

Bedingungen einer Förderung

Förderung der Mikroelektronik-Forschung im Rahmen von ECSEL

Bedingungen für eine Förderung durch ECSEL ist, dass es sich bei dem geplanten Innovationsprojekt um eine industriegetriebene Initiative handelt, die auf eine anwendungsorientierte Umsetzung des Forschungsergebnisses abzielt. Entsprechend ist ein angemessenes Verhältnis zwischen institutionellen und industriellen Partnern zu beachten. Vor allem der Arbeitsaufwand in Personenjahren soll bei vom BMBF-geförderten Unternehmen und Forschungseinrichtungen in einem Verhältnis von mindestens 2:1 stehen. Federführend bei Verbundprojekten soll die Industrie agieren.

Der Gesamtarbeitsaufwand eines Verbundprojekts muss mindestens 100 Personenjahre betragen. Hierzu haben die deutschen Partner mit mindestens 10% beizutragen. Des Weiteren wird für das gemeinschaftlich beantragte Forschungsvorhaben ein Projektkoordinator bestimmt. Dieser wird vom antragstellenden Konsortium benannt und ist für das Projekt extern und intern verantwortlich. Zu den Aufgaben des Projektkoordinators gehören so unter anderem die fristgerechte Einreichung der Projektskizze und des Projektantrags sowie der Abschluss einer schriftlichen Kooperationsvereinbarung, die die Zusammenarbeit regelt.

Wer erhält eine ECSEL-Förderung?

Eine Technologieförderung durch ECSEL beantragen können:

  • Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland
  • Universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Verbund mit Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft
  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
  • Universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wenn diese mit ihrem Projektvorhaben nichtwirtschaftliche Interessen verfolgen

Art, Umfang und Höhe einer ECSEL-Förderung

Die Zuwendung erfolgt in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen. Bemessungsgrundlage für Zuwendungen sind dabei die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten. Das BMBF erwartet eine angemessene Eigenbeteiligung, die prinzipiell mindestens 50% der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten umfasst. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können diese Aufschläge differenziert ausfallen, was in einer höheren Beihilfeintensität resultiert. Für Forschungsvorhaben an Hochschulen kann darüber hinaus eine Projektpauschale in Höhe von 20% der zuwendungsfähigen Projektausgaben gewährt werden.

Ablauf des ECSEL-Förderverfahrens

Im ersten Schritt des ECSEL-Förderverfahrens ist eine Projektskizze inklusive Finanzübersicht einzureichen. Die dann ausgewählten Skizzen werden zur Einreichung der Gesamtvorhabensbeschreibung aufgefordert. Für die Einreichung ist der jeweilige Projektkoordinator verantwortlich. Sämtliche Dokumente sind in englischer Sprache abzufassen.

Weitere Informationen zur Mikroelektronik-Forschung im Rahmen von ECSEL

Weiterführende Informationen zur Mikroelektronik-Forschung im Rahmen von ECSEL finden sich hier.

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