Gründungszuschuss – Es mangelt an Transparenz

Kritiker sprechen von einer „willkürlichen Vergabe“ von Gründungszuschüssen.

Im Jahre 2011 konnte jeder Arbeitslose, der sich selbstständig machen wollte, einen Gründungszuschuss beantragen.Dieser beinhaltete das zuletzt bewilligte Arbeitslosengeld zuzüglich 300 € in den ersten Monaten der Selbstständigkeit. Seit 2012 ist dies jedoch keine Muss –sondern bloß noch eine Kann-Leistung. Es entscheidet also der jeweilige Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur.

 

Herr Dr. Jörg Rupp, Mitglied der Interessengemeinschaft der Gründerberater des Saarlandes und Vorsitzender der saarländischen Wirtschaftsjunioren, beklagt diese Umstände„Es mangelt schlicht und einfach an Transparenz, was die Bewilligung dieses Zuschusses angeht. Sachbearbeiter müssen Businesspläne beurteilen, womit sie sich schwer tun. Warum dann eine Ablehnung erfolgt, ist oftmals für den Antragsteller nicht nachvollziehbar. Wir haben sogar die Erfahrung gemacht, dass in Einzelfällen nicht mal die notwenigen Anträge ausgehändigt wurden. Das alles widerspricht der Forderung aus der Wirtschaft nach mehr Gründern.“ Herr Dr. Rupp fordert deshalb einen Kriterienkatalog zur klaren Orientierung.

 

Laut IHK ist die Zahl der gewerblichen Existenzgründer nach der Neuregelung um 14 % gesunken: von 401.400 im Jahr 2011 auf 346.400 Existenzgründungen im Jahr 2012. Der Rückgang bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit betrug sogar fast 85 %. Auch im Saarland ist die Zahl der Gründungen im vergangenen Jahr von 3.792 auf 3.374gesunken.

 

Eine Sprecherin der Regionaldirektion Rheinland/Pfalz-Saarland der Arbeitsagentur räumt ein, dass es „in dem Sinne“ kein einheitliches Prüfschema, das von außen zweifelsfrei nachvollzogen werden kann, gebe. Auf Grund des Fachkräftemangels sei es auszuschließen, dass vor der Entscheidung über eine geförderte Selbstständigkeit eine zeitnahe Integration in eine versicherungspflichtige Tätigkeit erfolgen könne.

Geht es nach den IG-Gründerberatern, soll „dieser willkürlichen Vergabe“ ein Riegel vorgeschoben werden.

Den gesamten Artikel vom 23.05.2013 finden Sie online bei der Saarbrücker Zeitung unter: http://www.saarbruecker-zeitung.de/karriere/top-news/art354693,4792220