Gründungszuschuss – es mangelt an Transparenz

Interessenverband Gründerberater kritisiert die Vergabepraxis der Arbeitsagentur beim Gründungszuschuss. Der Verband fordert mehr Transparenz. Die Saarbrücker Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 23. Mai 2013.

Kritiker sprechen von einer „willkürlichen Vergabe“ von Gründungszuschuss.

Im Jahre 2011 konnte jeder Arbeitslose, der sich selbstständig machen wolle, einen Gründungszuschuss beantragen.

Dieser beinhaltete das zuletzt bewilligte Arbeitslosengeld + 300 € in den ersten Monaten der Selbstständigkeit. Seit 2012 ist dies keine Muss- sondern eine Kann-Leistung. Es entscheidet also der jeweilige Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur.

Zitat Dr. Rupp (Mitglied der Interessengemeinschaft der Gründerberater des Saarlandes und Vorsitzender der saarländischen Wirtschaftsjunioren):

„Es mangelt schlicht und einfach an Transparenz, was die Bewilligung dieses Zuschusses angeht. In Einzelfällen wurden nicht mal die notwendigen Anträge ausgehändigt. Das alles widerspricht der Forderung aus der Wirtschaft nach mehr Gründern.“

Laut IHK ist die Zahl der gewerblichen Existenzgründer nach der Neuregelung um 14 % gesunken: von 401.400 in 2011 auf 346.400 in 2012. Der Rückgang bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit betrug sogar fast 85 %. Auch im Saarland ist die Zahl von 3.792 auf 3.374 im vergangenen Jahr gesunken.

Eine Sprecherin der Regionaldirektion Rheinland/Pfalz-Saarland der Arbeitsagentur räumt ein, dass es „in dem Sinne“ kein einheitliches Prüfschema, das von außen zweifelsfrei nachvollzogen werden kann, gebe. Auf Grund des Fachkräftemangels ist eine geförderte Selbstständigkeit auszuschließen, falls eine zeitnahe Integration in eine versicherungspflichtige Tätigkeit erfolgen könne.

Geht es nach der IG Gründerberater, soll „dieser willkürlichen Vergabe“ ein Riegel vorgeschoben werden.