ZIM-Newsletter Dezember 2015

Kürzlich veröffentlichte das BWMi den 4. Newsletter zum Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand. Wir bieten Ihnen hier einen Überblick über die heißesten Themen.

Inhalt:

  • Mittelstand der Zukunft – Den digitalen Wandel nutzen
  • 14. Netzwerktagung des ZIM
  • Intelligente Vernetzung durch ZIM
  • Erfolgreich Kooperationen mit ausländischen Partner – ermöglicht durch ZIM
  • BMWi unterwegs – Die BMWi Roadshow

Mittelstand der Zukunft – Den digitalen Wandel nutzen

Zum Thema „Mittelstand 4.0“ hat das Magazin den Abteilungsleiter für die Digital- und Innovationspolitik des BMWi, Herr Stefan Schnorr, interviewed.

Dabei gab er weitere Einblicke zu seinem Vortrag während der ZIM-Netzwerktagung, mit dem Titel „Von der Kette zum Netz“. Der Grundgedanke hinter dem Vortrag steht, Bewusstsein für die Bedeutung der Digitalisierung in der Produktionsweise zu schaffen. Die stärker werdende Digitalisierung unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ wird auf lange Sicht die bekannte Wertschöpfungskette durch dynamische Wertschöpfungsnetze ablösen. Katalysator für diesen Wandel ist die Weiterentwicklung der IKT-Technologie und der Einzug des Internets in den Alltag. Bald wird nicht mehr die Rede von einer Wertschöpfungskette sein, sondern von Netzen. Alle Beteiligten in einem Produktionsprozess, Kunden, Unternehmen und Zulieferer, werden untereinander vernetzt sein. Aber dies geht noch weiter. Auch Werkstücke, Maschinen, Produkte, Logistik- und CRM-Systeme sind über das Internet untereinander vernetzt und können miteinander kommunizieren. Dieser Wandel wird nicht nur einige wenige Branchen oder Bereiche betreffen. Schon jetzt kann man eine Weiterentwicklung in der gesamten Wirtschaft beobachten. So zum Beispiel in der produzierenden Industrie. Aber auch Dienstleistungen, das Handwerk oder der Handel müssen sich darauf einstellen.

Diese Veränderung ist für einige eine Bedrohung, sollte aber allgemein eher als Herausforderung angesehen werden und als eine Chance sich weiter zu entwickeln, so Herr Schnorr. Was gestern noch Buchläden und Reisebüros bedroht hat, könnte in Zukunft Maschinenbauer und Handwerker Schwierigkeiten bereiten. Deshalb ist es umso wichtiger sich frühzeitig darauf einzustellen und dem jetzt schon entgegen zu wirken und neue Entwicklungen voranzutreiben. Besonders der Mittelstand hat hier die Möglichkeit zu profitieren, da ein Merkmal dieser Unternehmen die Flexibilität und Wendigkeit in Vergleich zu Großunternehmen ist.

Die Rolle von dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) in diesem Szenario sieht Herr Schnorr sehr zentral. Schon seit fast 8 Jahren unterstützt das Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BWMi) kleine und mittlere Unternehmen bei der Entwicklung neuer Innovationen den Fortbestand der teilnehmenden Unternehmen zu sichern und zu fördern. Wer jetzt schon eine gute Idee hat sein Unternehmen und den Wirtschaftsbereich weiter zu entwickeln, hat bereits jetzt einen ersten Schritt in Zukunftssicherung getan und kann dazu noch vom Bund finanziell Entlastet werden. ZIM ist zwar eines der wichtigsten Förderprogramme, allerdings bei weitem nicht das einzige welches für Innovationsförderung zur Verfügung steht. Weitere Programme werden momentan im Rahmen der BMWi Roadshow in mehreren Städten Deutschlands vorgestellt. Näheres dazu folgt in einem Artikel speziell dazu. Parallel zu den unterschiedlichen Förderprogrammen welche in den verschiedenen Entwicklungsphasen einer Innovation Unterstützung bieten, werden momentan Kompetenzzentren speziell mit dem Schwerpunkt Mittelstand 4.0 aufgebaut. Eines dieser Zentren allein ist auf das Digitale Handwerk ausgerichtet und bietet einen Ansprechpartner. Zusätzlich wurde ein neues 50 Mio. Euro umfassendes Förderprogramm namens „Digitale Technologien für die Wirtschaft“ (PAiCE) ins Leben gerufen. Dieses Programm hat das Ziel einen zusätzlichen Impuls in den Bereichen 3D-Anwendungen, Service-Robotik und anderen Zukunftsthemen zu bieten. Dies ist für alle Interessenten noch bis zum 21. März 2016 möglich, wenn die Bewerbungsfrist hierzu abläuft.

Wie wichtig der digitale Fortschritt ist, zeigte sich bei dem jüngsten IT-Gipfel der Bundesregierung. Dabei wurde herausgestellt wie wichtig ein Austausch zwischen der IKT-Branche, den IT-Anwendern und wirtschaftliche Unternehmen ist, dies hat besondere Gültigkeit im Mittelstand. Dafür müssen aber die infrastrukturellen Rahmenbedingungen gegeben sein, was bereits mit der Digitalen Agenda initiiert wurde. Nicht nur die Infrastruktur muss auf die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse angepasst werden, aber auch rechtliche Rahmenbedingungen und Gesetze, die digitale Probleme angehen, müssen gegeben sein. Die neue „Plattform Industrie 4.0“ soll bei der Erstellung von Standards und Normen unterstützen. Wer noch nicht recht weiß in welche Richtung er sein Unternehmen für den Digitalen Wandel wappnen kann, findet in der Online-Landkarte „Industrie 4.0“ ein hilfreiches Werkzeug. Die Plattform bietet Anwendern die Möglichkeit sich Ansprechpartner für ihr spezifisches Anliegen in ihrer Nähe zu finden. Auch werden Anwendungsbeispiele geliefert. Viele dieser Anwendungsbeispiele sind ehemalige ZIM-Projekte. Dies verdeutlicht wieder einmal welchen Stellenwert die Förderung in der Weiterentwicklung der Innerdeutschen Wirtschaft hat.

ZIM-Netzwerktagung zum 14. Mal

Über dieses Event haben wir bereits zuvor berichtet. Unseren vollständigen Bericht finden Sie in unserem Blog.

ZIM und die intelligente Vernetzung

Begleitend zur Netzwerktagung wurde eine Ausstellung von konkreten Ergebnisse von ausgewählten ZIM-Netzwerkprojekten abgehalten.

Eines der Projekte ist von dem Netzwerk NIS-group. Die NIS-group (Network Information Security) gründete sich aus 10 IT-Unternehmen welche sich 2011 auf einer Sicherheitstechnologiemesse in Asien trafen um dort sich ergänzende Angebote und Kompetenzen vorzustellen. Zusammen entwickeln und vermarkten sie Lösungen für sichere und reproduzierbare Datenverarbeitungsprozesse in Unternehmen. Seit ihrer Gründung wurde bereits 12 Forschungsprojekte umgesetzt, darunter auch ein Innovationsforum „Datensouveränität“. Die 14. ZIM-Netzwerktagung bot die Möglichkeit für den Geschäftsführer der aus Brandenburg stammenden TELCO TECH GmbH, Bernd Schulz, eine Firewall für die Industrie vorzustellen. Diese Lösung wurde gemeinsam mit der Bayerischen Lantech GmbH entwickelt. Einsatzgebiet sind kritische Infrastrukturen und ist ein geschlossenes System.

Das Netzwerk SmartCareUnit beschäftigte sich mit der Intensivstation der Zukunft und deren Gestaltung. Dabei liegt der Fokus vor allem auf IT-Technologien, Vernetzungsstrukturen, plasmagestützte Hygienemanagement und Infraro-basiertes Mimik-Monitoring. Basisprojekt dieses Netzwerkes ist „Leitwarte“. Dessen Fokus ist die Fusionierung heterogener Daten zur Früherkennung kritischer Situationen und auch die intuitive Gestensteuerung der Patientenmonitore zur nutzerspezifischen Datenvisualisierung. Die Universitätsklinik Aachen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut stellten, stellvertretend für die 19 Mitgliederorganisationen des Netzwerkes, das Projekt auf der Ausstellung vor.

10 Unternehmen und 3 FuE-Einrichtungen vereinten sich unter dem Netzwerk NOST um innovative optische Sensorik und Gesamtsysteme zur Detektion von Ereignissen und Gefahren zu entwickeln. Ausgewiesenes Ziel des Netzwerkes ist die Entwicklung von zukunftsfähigen und gesellschaftlich akzeptierte Lösungen für den zivilen Sicherheitsmarkt zu entwickeln. Das auf der Tagung vorgestellte Projekt beinhaltet ein dezentrales Video- und Sensornetz mit dem Ziel eines verbesserten Einbruchsschutzes für abgelegenen, ausgedehnten Objekten. Im Rahmen der Netzwerktagung wurde das Netzwerk von OUT e. V. und DResearch vorgestellt.

Das Netzwerk Holzstrom besteht aus 8 Unternehmen und 6 Forschungseinrichtungen, die sich mit der problematischen thermochemischen Vergasung von Biomasse beschäftigt. Erklärtes Ziel ist es diese Technologie zur Marktreife zu entwickeln. Das Netzwerk erarbeitet eine Technologie um aus ungenutzter Biomasse Strom, Wärme und Kälte zu generieren. Dabei soll der Gewinnungsprozess möglichst stabil und ohne Einsparvergütungen sein. Dabei ist der E3 (Mikro-Biomasse-Generator) entstanden. Er wartet mit einer Leistung von 25 kW elektrisch und 60 kW thermisch, erzeugt durch biogenen Abfallstoffen. Energie soll somit dort entstehen wo sie benötigt wird, unabhängig von Wind oder Sonne. Prozess konnte durch den deutlich reduzierteren Teergehalt des Produktgases stabilisiert werden und so konnten ebenfalls die Wartungsintervalle stark verringert werden. Dadurch sind nicht zuletzt auch die Herstellungskosten enorm gefallen. Dies stellt eine Revolution in der thermochemischen Vergasung dar.

Ausländische Kooperationen werden immer beliebter

Mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Forschungs- und Entwicklungsprojekte von kleinen und mittelständischen Unternehmen in ganz Deutschland. Nicht nur die Projekte an sich werden gefördert, auch ermöglich ZIM die Kooperation zwischen Unternehmen und Wissenschaftlichen Einrichtungen. Nun bietet das BMWi über das ZIM-Programm auch die Möglichkeit diese Zusammenarbeiten auf internationalen Eben auszudehnen.

Vor allem mittelständische Unternehmen fällt es oft nicht einfach Verbindungen auf den ausländischen Markt zu erschließen. Dies soll mit Hilfe des BMWi vereinfacht werden. Um den Weg dafür zu ebenen, wurden bei der Neuauflage des ZIM-Programms die Richtlinien dahingehenden überarbeitet, dass eine verstärkte Förderung für internationale Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE-Projekte) ermöglicht wird. Den neuen Richtlinien zufolge werden transnationale Projekte mit einem bis zu 10% höheren Fördersatz unterstützt. Dies ist um zum Beispiel die anfallenden Reisekosten, Übersetzungen oder juristische Beratungen decken zu können. Solche Kosten sind vor allem für kleine Unternehmen eine unüberwindbare Barriere und schließt oft internationale Kooperationen für solche Unternehmen aus.

Weiterer Vorteil ist, dass das BMWi regelmäßig gemeinsame Ausschreibungen mit internationalen Kooperationspartnern. So können Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den jeweils beteiligten Ländern gemeinsam Kooperationsprojekte durchführen und diese werden dann noch dazu gefördert. Dabei werden die Projektpartner nach den Förderrichtlinien ihrer jeweiligen Länder unterstützt. Für deutsche Unternehmen sind daher die aktuellen Richtlinien des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand ausschlaggebend. Ausschreibungen finden in regelmäßigen Abständen und mit wechselnden Partnerländer statt und werden auf der ZIM-Webseite veröffentlicht.

Der internationale Charakter wird immer wichtiger. Dies spiegelt auch die Erfolgsquote dieser Ausschreibungen wieder. So hat es bereits bei der zweiten Ausschreibung mit Südkorea 10 eingereichte Kooperationsanträge gegeben. Bei der Ausschreibung mit der Provinz Alberta in Kanada wurden fünf Kooperationsprojekte beantragt. Tendenz steigend. Auch das Netzwerk IraSME kann einige Erfolge verbuchen. So wurde bei der vergangenen Runde 16 Kooperationsanträge eingereicht. Auch IraSME ermöglicht bi und multilaterale FuE-Projekte mit Kooperationspartner aus anderen Ländern.

Des Weiteren veranstaltet das BMWi über die internationalen Netzwerke IraSME und CORNET sogenannte Partnering Events in regemäßigen Abstände. Ziel dieser Events ist es deutsche und ausländische Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammen zu führen und vereinfacht es erste Kontakte zu knüpfen. Bei diesen Veranstaltungen stellen sich die teilnehmenden Unternehmen und ihre Innovationsideen vor. So können sich potentielle Partner mit dem benötigten Know-how finden und bereits kennen lernen. Im Anschluss an diese Kurzvorträge bieten persönliche Gespräche zwischen potentiellen Kooperationspartner die Möglichkeit sich näher kennen zu lernen und erste Ideen auszutauschen.

Weitere Informationen zu den einzelnen Ausschreibungen und Veranstaltungen finden Sie hier.

BMWi zieht mit der Roadshow durch Deutschland

Der Mittelstand ist der Motor der Wirtschaft. Mittelständische Unternehmen sind flexibel und agil, sie können sich neuen Begebenheiten besser anpassen als Großunternehmen. Damit das auch so bleibt, unterhält das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) diverse Förderprogramme um den Bedürfnissen der einzelnen Unternehmensarten und der jeweiligen Branche von mittelständischen Unternehmen gerecht zu werden. Ziel ist es die Innovationskraft in Deutschland zu stärken. Um das zu erreichen unterhält das BWMi unabhängig von Branche oder Entwicklungsphase der Innovation unterschiedliche Förderprogramme. Diese werden nun im Rahmen der BWMi Roadshow in mehreren Städten in ganz Deutschland vorgestellt. Darunter wird auch das sehr beliebte Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) auf diesen Vorträgen vorgestellt. Weiteres zentrales Thema ist die Frage wie aus einer Idee ein Markterfolg erarbeitet werden kann. Dabei werden die Fragen geklärt was es bedarf um seine Idee so zu verfolgen dass daraus ein Erfolgskonzept am Markt erreicht werden kann.

Zielgruppen der Veranstaltungsreihe sind:

  • Hightech-Existenzgründer und –gründerinnen,
  • Mittelständische innovative Unternehmen aus allen Branchen und
  • Interessenten aus Wissenschaft, Forschung und Hochschulen

Während der Veranstaltung haben die Teilnehmer jeweils die Möglichkeiten Erfahrungen mit Fachexperten und –expertinnen auszutauschen. Zusätzlich bietet das anschließende Get-together einen Rahmen für das Networking.

Nachfolgend sind die nächsten Termine der Roadshow aufgelistet.

21. April 2016 in der Balanstraße 55-59 in 81541 München

22.April 2016 IHK Südthüringen, Hauptstraße 33, 98529 Suhl-Mäbendorf

11.Mai 2016 IHK Chemnitz, Straße der Nationen 25, 09111 Chemnitz

17.Mai 2016 IHK Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg

2. Juni 2016 23. Innovationstag Mittelstand des BMWi, Berlin

Haben auch Sie Interesse an der Roadshow gewonnen, so melden Sie sich kostenlos zu einem der Termine an.

Den original Newsletter von ZIM finden Sie hier.

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