Neue Perspektiven für strukturschwache Regionen

Was genau sind eigentlich strukturschwache Regionen? Wie und vom wem werden diese festgelegt? Welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen einer strukturschwachen Region?

Strukturschwache Regionen DORUCON

Das gesamtdeutsche Fördersystem

Im Januar 2020 ist nicht nur die neue ZIM Richtlinie in Kraft getreten, sondern auch das sogenannte Gesamtdeutsche Fördersystem. Darunter bündelt die Bundesregierung insgesamt 22 ressortübergreifende Förderprogramme und legt diese für strukturschwache Regionen neu aus. Gefördert werden darunter beispielsweise Investitionen, Innovationen, Gründungen und Fachkräfteinitiativen, oder auch Themen wie Breitbandausbau und digitale Entwicklung, sowie städtebauliche Entwicklungen und Projekte zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts. 

Das bedeutet, dass diese Programme für alle strukturschwachen Regionen im gesamten Bundesgebiet zugänglich sind, unabhängig der Himmelsrichtung oder der Größe. Dennoch bleibt die Zuständigkeit der regionalen Strukturförderung bei den Ländern selbst. Durch die Bündelung und Koordinierung der Förderprogramme unter diesem gemeinsamen Dach wird deren Wirksamkeit ausgeweitet. Themen- und fachübergreifende Synergien entstehen und können so gezielt dort eingesetzt werden, wo Unterstützung benötigt wird. Bundesweite Programme, wie z.B. ZIM, tragen mit erhöhten Fördersätzen für Unternehmen aus struktuturschwachen Regionen zum Strukturwandel bei. Gleichzeitig unterstützt das übergreifende Fördersystem die regionale Strukturförderung des Landes.

Strukturschwache Regionen

Die strukturschwachen Regionen wurden für das Fördersystem nicht neu erfunden, denn die Einteilung der Regionen nach deren Strukturschwäche ist bereits etablierter Bestandteil der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW). Diese wurde auf das Gesamtdeutsche Fördersystem und die dazugehörigen Förderprogramme übertragen.

Über die GRW Förderung: Die Gemeinschaftsaufgabe zwischen Bund und Ländern fördert die Investitionstätigkeit regionaler Unternehmen, den Strukturwandel und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Durch die Bündelung können zukünftig auch gemeinnützige und wirtschaftsnahe Projekte von Forschungseinrichtungen von der GRW profitieren. Mehr zur GRW Förderung.

Die GRW Fördergebiete unterscheiden bei der Förderfähigkeit der Regionen nicht zwischen neuen und alten Bundesländern. Grundsätzlich werden A-, C- und D-Fördergebiete unterschieden. A- und C-Gebiete sind im Rahmes des EU-Beihilferechts und der Regionalbeihilferegeln festgelegt.

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Die GRW-Fördergebietskarte – Kicken zum Vergrößern

  • A-Gebiete sind Regionen, die im europäischen Vergleich eine außergewöhnlich niedrige wirtschaftliche Entwicklung, verbunden mit einer erheblichen Unterbeschäftigung, vorweisen. Seit der letzten Fördergebietsfestlegung gibt es im gesamten Bundesgebiet keine A-Gebiete mehr.
  • Prädefinierte C-Fördergebiete sind ehemalige A-Fördergebiete und Regionen mit einer geringen Bevölkerungsdichte.
  • Nicht-prädefinierte C-Fördergebiete sind Regionen, deren Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner unter dem EU Durchschnitt liegt bzw. deren Arbeitslosenquote mindestens 115 Prozent des nationalen Durchschnitts beträgt.
  • D-Gebiete ergänzen das Fördersystem: Das Bundesgebiet ist dazu in Arbeitsmarktregionen eingeteilt. Zur Einordnung werden Indikatoren, wie die durchschnittliche Arbeitslosigkeit, der Bruttojahreslohn und die Infrastruktur zur Festlegung der Strukturschwäche der Regionen betrachtet.

Alle Fördergebiete sind in der Fördergebietskarte einsehbar. Aufgrund der Einteilung kann es also durchaus passieren, dass sich innerhalb von Städten, Landkreisen oder Gemeinden unterschiedliche Fördergebiete ergeben, so beispielsweise in Teilen Rheinland-Pfalz, Berlins oder Bremens.

Tipp: Die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) ermittelt bei der Fördersuche nach Eingabe der Postleitzahl das GRW-Fördergebiet! Jetzt ausprobieren

Für Unternehmen

Das System bündelt 22 Förderprogramme – ressortübergeifend. Die Einteilung in die GRW Fördergebiete dient dazu, die Fördersätze der Programme bedarfsgerecht festzulegen und so deren wirtschaftliche Entwicklung gezielt zu unterstützen. Darüber hinaus wird, ganz im Sinne der GRW, nicht nur das Unternehmen selbst, sondern auch die Region gestärkt.

Auch ZIM, das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand als Beispiel für die Forschungs- und Innovationsförderung, wird unter dem Dach des Gesamtdeutschen Fördersystems verwaltet. Die neuste Richtlinie trägt dieser Einteilung Tribut: So erhalten junge und kleine Unternehmen aus den strukturschwachen Regionen gesonderte sowie erhöhte Fördersätze. 555 Millionen Euro sind für dieses Jahr dafür eingeplant.

Über ZIM: Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand ist ein branchen- und technologieoffenes Förderprogramm, das bundesweit Innovationen kleiner und mittelständischer Unternehmen fördert. Im Januar wurde die neue Richtlinie veröffentlicht. Lesen Sie mehr dazu!

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